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Deutsche Politik
Ein wahrlich spannendes Thema, durch das eh keiner mehr
durchblickt, am wenigsten Diejenigen, die es zu Ihrem Beruf (stammt von
"berufen, sich zu etwa berufen fühlen!!") gemacht haben.
Oder glauben Sie allen Ernstes, das ein politisches System,
dass bei z.B.:
- der Einführung der Maut
- der Lösung der Steuerprobleme
- der Lösung der Sozialprobleme
- der Reformierung des Gesundheitssystems
- der Überarbeitung des Bildungssystems
so kläglich versagt hat wie das Unsere in der Lage sein wird,
diese Land zu retten.
Mein Vorschlag dazu ist schon seit Jahrhunderten bekannt: Alle
Mann von Bord, Frauen und Kinder zuerst!
Thema Nr.1: Steuerrecht=Steuerproblem=Steuerunrecht
Karl-Heinz Sporer, Verlag C. H. Beck: "Das Recht wird
zunehmend unanwendbarer und ein unanwendbares Recht ist eigentlich Unrecht, so
kann man das formulieren."
Recht hat er!
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Eichel rechnet mit Rekord-Neuverschuldung, spiegel.de 04.05.2004
Finanzminister Hans Eichel geht davon aus, dass die Neuverschuldung in diesem
Jahr eine neue Rekordmarke erreicht. Die neuen Kredite könnten 47 Milliarden
Euro erreichen
München
- Mit dem Betrag von 47 Milliarden Euro
würde Rot-Grün den Rekord des Finanzministers Theo Waigel (CSU) von 40
Milliarden Euro aus dem Jahre 1996 brechen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".
Das Blatt bezieht sich bei ihren Informationen auf Regierungskreise.
"Es bleibt beim Konsolidierungskurs", sagte Eichel zwar. Wie der Sparkurs
eingehalten werden soll, sei angesichts neuer Haushaltslöcher aber unklar. Für
den Etat 2004 plante Eichel bisher 29 Milliarden
Euro neue Schulden ein, doch nach den neuen Rechnungen seines Hauses werden
möglicherweise weitere 18 Milliarden Euro
fehlen.
Ähnlich sehe es für das nächste Jahr aus. Da plane Eichel
21 Milliarden neue Schulden, doch seine Beamten
sehen einen zusätzlichen Bedarf von 15 Milliarden.
Grund seien die schwache Konjunktur und geringere Steuereinnahmen als erwartet.
Genauere Zahlen erhofft sich Rot-Grün von den Steuerschätzern, die am 13. Mai
ihre Prognose vorlegen.
Eichel versicherte in der "Financial Times
Deutschland", die Bundesregierung wolle allen Problemen zum Trotz die
EU-Defizitgrenze von 3 Prozent der Wirtschaftsleistung wieder einhalten.
Das gleiche gelte für den Artikel 115 des Grundgesetzes, der vorschreibt, dass
die Summe der Investitionen die der neuen Kredite übertreffen muss.
Kommentar:
Da haben wir den Salat! Jetzt sind es schon -
47 Mrd. €, das Jahr dauert noch gute 8 Monate an. Wer will denn noch allen
Ernstes glauben, dass jemals wieder ein Weg aus der Schuldenfalle führt. Die
angestoßene Diskussion um eine Abkehr vom Sparkurs ist die derzeit einzige
Lösung (an eine Änderung im Geldsystem glaubt eh niemand:-). Alle Attacken, man
verspiele die Zukunft unserer Kinder ist ausgemachter Blödsinn. das ist längst
geschehen, Staatsbankrott und Währungsschnitt werden unsere Kinder als Einstieg
in eine neue Wirtschaftsepoche kennen lernen. Dann doch wenigstens mit Spass
untergehen. Also: Dreht die Geldhähne auf und schüttet endlich
Investitionskapital in die Wirtschaft. Die Binnennachfrage wird zeitlich
versetzt anspringen. Alle Politiker, die gerade dagegen wettern, outen sich als
volkswirtschaftliche NICHTwisser.
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STEUERAUSFÄLLE
Eichel steht vor Milliardenproblem,
spiegel.de 29.04.2004
Auf Bundesfinanzminister Hans Eichel kommen noch schwerere Zeiten zu. Einem
Zeitungsbericht zufolge werden die Steuerschätzer ihre Prognosen um einen
zweistelligen Milliardenbetrag korrigieren - nach unten.
Berlin -
Gut zwei Wochen vor der amtlichen Steuerschätzung sickern erste Informationen
durch, wie das Ergebnis aussehen wird. Die "Berliner Zeitung" berichtet unter
Berufung auf Kreise der Länderfinanzminister, dass sich die neuen Steuerausfälle
aller Gebietskörperschaften für die Jahre 2004 und 2005 auf hochgerechnet 20
Milliarden Euro belaufen werden. Um diesen Betrag würden die Schätzer ihre
Prognose vom November letzten Jahres reduzieren.
Gründe dafür sind dem Bericht zufolge die schlechter als erwartet laufende
Konjunktur, die zu Ausfällen von zirka vier Milliarden
Euro führen soll. Außerdem müsse Bundesfinanzminister Hans Eichel
(SPD) kräftige Abstriche an seiner Kalkulation im
Rahmen der Steueramnestie machen, die deutlich weniger Kapital aus
dem Ausland zurückgeholt habe als ursprünglich erhofft. Ebenfalls enttäuschend
sollen die steuerlichen Einnahmen aus der Bekämpfung
der Schwarzarbeit sein. Schließlich sei aufgrund unverändert
schwachen Konsums auch die Umsatzsteuer nicht wie
erwartet angesprungen.
Auf endgültige Zahlen wird sich der Arbeitskreis Steuerschätzung, zu dem
Experten aus Bundesregierung, Bundesbank und führenden
Wirtschaftsforschungsinstituten im Mai und im November jeden Jahres
zusammenkommen, im Rahmen seines nächsten Treffens am 13. Mai verständigen.
Kommentar: So
brechen dann Stück um Stück die Fundamente aus Lügen und Betrügen zusammen.
Während Eichel rudert wie ein Blöder, prescht Clement schon wieder vor, es werde
mit einem Wachstum von 2% gerechnet, die Konjunktur springe grad an, die
Belebung auf dem Arbeitsmarkt stehe ja unmittelbar bevor, usw..
Jedem halbwegs klar denkenden Menschen MUSS einleuchten, dass es kein Wachstum
geben kann und bei Statistikfälschungen (Arbeitslosenzahlen!!) ist immer höchste
Vorsicht angesagt, denn in der Volkswirtschaft steht alles in Korelation
zueinander.
Wie kann eine Bundesregierung so naiv sein, die stetige Zunahme
der Arbeitslosenzahlen zu
beschönigen und dann auf Mehreinnahmen bei der Umsatzsteuer zu hoffen? Man muss
schon sehr dumm oder skrupellos sein, um so fahrlässig mit der Zukunft von 80
Mio. Menschen zu spielen. Und dann noch die Bürger, die ohnehin kaum noch etwas
über haben zum Kauf eines neuen PKW aufzufordern, um sie anschließend als
Antipatrioten zu diffamieren, weil sie es nicht tun, schlägt dem Fass den Boden
aus. Hut ab!
Aber jetzt haben sie den Scherbenhaufen, zu geplanten 30 Mrd. € Neuschulden
gesellen sich noch mal 20 Mrd.€ hinzu und wir haben erst MAI, was soll da noch
zusammen kommen? Meine Prognose von Juni 2003 steht auf 75 Mrd. €, ich lasse
dies so stehen.
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STEUERLOCH
Dem Bund brechen die Einnahmen weg, spiegel.de 21.04.2004
Im März sind die Einnahmen der Länder und des Bundes kräftig gefallen.
Experten erwarten, dass der Minus-Trend andauert - und dass Finanzminister
Eichel seine Prognosen revidieren muss.
Berlin - Hans Eichel wird wohl ein paar unangenehme Fragen beantworten müssen,
wenn er am Mittag vor die Presse tritt.
Denn im Vergleich
zum Vorjahresmonat sind die Steuereinnahmen von Bund und Ländern im März um 6,9
Prozent gesunken. Der Bund nahm sogar 11,5 Prozent weniger Steuern ein.
Das geht aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministerium hervor, der am
Mittwoch veröffentlicht wurde.
Weiter hieß es darin, im ersten Quartal hätten die Steuereinnahmen in
Deutschland ohne Gemeindesteuern um 0,4 Prozent unter dem Wert des
vergleichbaren Vorjahreszeitraums gelegen. Im ersten Quartal habe der Bund ein
Minus von 2,8 Prozent verzeichnet. Für das Gesamtjahr 2004 wird nach bisherigen
Planungen aber trotzdem eine Zunahme der Steuereinnahmen des Bundes von 2,7
Prozent angepeilt.
Experten gehen aber nun davon aus, dass die Herbstprognose für das Gesamtjahr
nach unten korrigiert werden muss, falls der Negativtrend im April anhält und
der erhoffte Konjunkturaufschwung schwach bleibt oder gar ausfällt. Diese
Korrektur könnte schon im Mai anstehen-.
Probleme mit der Mehrwertsteuer
Nach Darstellung des Finanzministeriums machen sich auch die im Dezember
beschlossenen zusätzlichen Steuersenkungen bemerkbar, die die Schätzer im Herbst
noch nicht berücksichtigt hatten. Im Finanzministerium wurde ein Bericht der
`Frankfurter Rundschau" bestätigt, wonach die Steuersenkungen "breite Wirkung"
entfalteten.
Bei den Steuern, die allein dem Bund zufallen und im Februar kräftig um 18,8
Prozent zunahmen, habe es im März einen Rückgang um 9,1 Prozent gegeben. Hier
machten sich statistische Sondereffekte bemerkbar.
Gestiegen seien
hingegen die Steuereinnahmen der Länder, vor allem die Erbschaftsteuer mit einem
Plus von 13,7 und die Kraftfahrzeug-Steuer mit einem Zuwachs von 13,8 Prozent.
Die Konjunktur drückt weiterhin die Bilanz. Der "Rundschau" zufolge blieb vor
allem die
Mehrwertsteuer
hinter den Erwartungen zurück, was auf eine weiterhin schwache Binnennachfrage deute.
Nach einem Plus zu Beginn des Jahres sanken die Einkünfte aus der Steuer um 1,7
Prozent. Die Regierung hatte die für Anfang 2005 anstehende
Steuerentlastungsstufe zur Hälfte auf 2004 vorgezogen, um den Konsum zu
beflügeln. Die Lohnsteuer hat dem Bericht zufolge rund 4,7 Prozent weniger
eingebracht als noch vor zwölf Monaten. Die Körperschaftsteuer habe um 14,3
Prozent zugelegt.
Kommentar:
Wieder eine Hiobsbotschaft für Eichel. Was aber hier deutlich zu sehen ist, wenn
man aufmerksam die vergangenen Monate beobachtet hat: Erbschafts- und KfZ-
Steuer sind gestiegen, weil man hier kräftig gedreht hat. Ein Zeichen auch
dafür, z.B. immer noch viele alte und damit „umweltschädigende“ KfZ unterwegs
sind. Daran erkennt man, dass den Bürgern das Geld für neue PKW fehlt und
anscheinend auch die Kreditvergabe ins Stocken geraten ist. Nun 1+1
zusammengezählt und wir wissen auch ohne Steuereinnahmeausfall, dass die
Wirtschaft am Boden liegt. Kein Autonutzer zahlt freiwillig 500.-€ und mehr an
KfZ- Steuer, wenn er die Möglichkeit hätte, einen neuen PKW zu bekommen.
Auffällig ist auch, dass die Lohnsteuer weg bricht. Obwohl permanent die
Arbeitslosenzahlen sinken (wenn auch im kleinen Rahmen), so werden anscheinend
keine neuen und steuerpflichtigen Jobs geschaffen, sondern der Effekt beruht auf
ICH AG, Statistikmanipulation und Minijobber.
Wer will und kann die Karre noch aus dem Dreck ziehen? Die vier großen
Volksparteien sicher nicht!
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Eichels Schwenk,
spiegel.de 06.03.2004
Der Bundesfinanzminister will die enorme Zinslast des Bundes drücken - und dafür
unter die Zocker gehen.

Fast so wichtig wie der neueste Sparplan von Bundesfinanzminister
Hans Eichel selbst ist dessen Geheimhaltung: Die Gruppe seiner Experten ist
handverlesen und zu absoluter Verschwiegenheit verpflichtet. Auf jeder einzelnen
Seite ihres Berichts prangt der Schriftzug "Streng vertraulich". Eine penibel
geführte Liste verzeichnet zudem, wer das Papier wann zu Gesicht bekommen hat.
All das hat einen guten Grund.
"Was hier zum Schuldenmanagement des Bundes vorgeschlagen wird", so ein
Beteiligter, "ist äußerst kapitalmarktrelevant." Wer vorab weiß, wie Eichel die
Zinsbelastung des Bundes senken will, könnte illegale Insidergeschäfte tätigen.
Das brisante Papier droht zudem die Anleihemärkte in Aufruhr zu versetzen. Denn
Berlins Kassenwart will unter die Zocker gehen und sich auf hoch spekulative
Geschäfte einlassen.
Devise eins: Nach uns die Sintflut. Devise zwei: Ohne Risiko kein Profit.
Schon heute zahlt der Bund jedes Jahr rund
38 Milliarden Euro
an Zinsen.
Zwischen 2004 und
2006 werden obendrein rund 250 Milliarden der Gesamtschulden von knapp 800
Milliarden Euro fällig. Dieser Berg muss umgeschichtet werden. Das Ministerium
fürchtet, der Kapitalmarkt werde die hohen Summen nur mit teuren Aufschlägen
akzeptieren.
Ein ganzes Bündel von Maßnahmen soll die Situation deshalb kurzfristig
entspannen. Der Kern von Eichels Geheimplan ist die "Neustrukturierung der
Staatsschulden", für die das Ministerium ein "Zielportfolio" entwickelt hat, das
in zehn Jahren erreicht werden und deutlich mehr Anleihen mit kurzen Laufzeiten
enthalten soll als heute. Die durchschnittliche Laufzeit sinkt schon bis 2007
von 6,17 auf 5,22 Jahre, was die Zinsenausgaben in dieser Zeit um rund 500
Millionen Euro drückt. Doch die Ersparnis hat ihren Preis.
Denn je kürzer die Laufzeiten der Anleihen ausfallen, desto stärker wirken sich
auch Zinsänderungen aus. Jeder Häuslebauer weiß das. Selbst Ex-Finanzminister
Theo Waigel predigte stets: Sind die Zinsen niedrig, muss man sich Geld
langfristig leihen. Eichel schwenkt nun um - obwohl dadurch auch Mehrausgaben
entstehen können, wie seine Experten zugeben. Bis 2007 sei diese Gefahr jedoch
gering, denn bis dahin überwiegen die billigeren Zinsen durch die Umschichtung.
Ist das Zielportfolio aber erreicht, steigt das Haushaltsrisiko kräftig an - und
liegt dann "15 Prozent über dem Niveau des derzeitigen", was Eichels Fachleute
noch für vertretbar halten. Das ist Ansichtssache.
Denn möglich ist auch, dass sich der Bund dann in einer Phase steigender Zinsen
am Kapitalmarkt neu verschulden muss. Mit einer Wahrscheinlichkeit von immerhin
30 Prozent, so die Berechnungen, müsse er schon im ersten Jahr 570 Millionen
Euro mehr aufbringen als unter der jetzigen Schulden-Architektur. Vier Jahre
später läge die Summe bei 3,2, nach zehn Jahren sogar bei etwa 5,5 Milliarden
Euro.
Die Umschichtung könnte so zu einem teuren
Ausflug werden, der den relativ kleinen, kurzfristigen Gewinn kaum rechtfertigt.
Doch das muss nicht mehr das Problem von Eichel sein, der dann sicher nicht mehr
oberster Kassenwart in Berlin ist.
Zur "Strukturkomponente" des neuen Schuldenmanagements kommt eine "taktische
Komponente". Die Finanzagentur des Bundes, die für Eichels Ministerium die
Schulden managt, soll die Zinsentwicklung anhand von Wirtschaftsprognosen für
die jeweils nächsten drei Jahre vorhersagen - und darauf spekulieren. Das tut
sie mit Swaps, also hochriskanten Finanzinstrumenten, die eigentlich zum
Absichern von Zinsrisiken gedacht sind.
Eichel hat die Finanzagentur bereits ermächtigt,
diese Zockergeschäfte im Jahr 2004 auf 80 Milliarden Euro zu erhöhen.
Obendrein will er künftig auch Fremdwährungsanleihen begeben, also
Bundesschulden in Dollar, Rubel, britischen Pfund oder auch anderen Währungen.
Rechtlich ist das aber nicht möglich, der Bundestag müsste zustimmen. Doch auch
diese Geschäfte sind riskant: Sinkt der Euro-Kurs gegenüber der jeweiligen
Emissionswährung zum Ende der Laufzeit etwa um 20 Prozent, muss der Bund 20
Prozent mehr zurückbezahlen, als er sich geliehen hat.
Selbst bei einer Währungsabsicherung, heißt es in dem Bericht, "könnte der
Eindruck von Spekulationsgeschäften entstehen". Andererseits führten diese
Finanzinstrumente zu einer "Entlastung der Liquiditätssituation". Die sperrige
Formulierung kaschiert eine prekäre Situation.
Die hohen Tilgungsverpflichtungen ab 2004 und die
deshalb nötigen Umschuldungen könnten an den Märkten zu einem Überangebot
führen, das von Investoren nur zu deutlich höheren Zinsen akzeptiert wird.
Die Bundesanleihe, einst das sicherste Schuldpapier der Welt, droht dabei unter
die Räder zu kommen. Wenn aber ein Teil der Schulden im Ausland platziert werde,
sei diese Gefahr geringer.
Schon deshalb wollen Eichel und seine Finanzmanager den Gang zum Parlament
antreten. Das einzige Problem: "Bisher wissen wir noch nicht", sagt ein Insider,
"wie wir den Abgeordneten die Materie erklären sollen, ohne unsere Pläne im
Detail offen zu legen."
WOLFGANG REUTER
Wir dürfen
gespannt sein, wie dieses Problem gelöst wird.
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Allgemeine, aber unbekannte Begriffe – Einfach erklärt!
Subventionen =
Bußgeld für eine länger zurückliegende Ordnungswidrigkeit. Subventionen werden
an alle die verteilt, die aufgrund einer verfehlten Wirtschaftspolitik heute
eigentlich nicht mehr existent wären. Da dies erkannt wurde, kann man
Subventionen auch als ein verspätetes Bußgeld bezeichnen. Empfänger werden nach
dem Vogelkindprinzip ausgewählt: Wer am lautesten schreit, ist am Bedürftigsten.
Familie =
Zusammenschluss von mindestens drei abenteuerbegeisterten Menschen. Statt sich
auf z.B. Safaris auszutoben, werden aus Mann und Frau plötzlich Mutter und Vater
(vgl. dazu unten), die ein so genanntes Kind erziehen. Ehemals heroisch bedacht
und sogar im Grundgesetz und Artenschutz gestellt, im 21 Jhrdt. eine
aussterbende Spezie.
Vater
= Extrem verwegener Mann, der in einer Mischung von Leichtgläubigkeit (ich
schaffe es, meine Familie zu ernähren) und Gutgläubigkeit (Familien stehen ja
unter Artenschutz) hoffnungslos auf verlorenem Posten kämpft. In unserer
Gesellschaft treffen wir öfter auf einen Vater, als wir denken: Väter (Mehrzahl)
sitzen nachts in Tankstellen, Taxis oder bringen morgens die Zeitung. In der
restlichen Zeit sind viele von ihnen in Fabriken.
Mutter =
Bezeichnung für die Frauen, die ein Kind haben. Häufig schwer bepackt IN
Geschäften wie ALDI, LIDL oder C&A anzutreffen, manchmal auch VOR Geschäften wie
Karstadt, Douglas, o.ä. Auch ohne Tragetaschen erkennt man Mütter (Mehrzahl) an
den tiefen Sorgenfalten auf der Stirn und einem latent gehetzten
Gesichtsausdruck
Kinder = Kinder
sind die kleinen Lebewesen, die in Parks, Gärten und öffentlichen Anlagen
ständig stören, wenn man mal ungestört mit seinem Hund spielen will. Kinder sind
kleine Menschen. Vor vielen Jahren war es angedacht, dass Kinder die Renten der
älteren Menschen durch ihre Arbeit sicherstellen. Dieser Plan wurde aber von
höchster Stelle verworfen.
Rente
= Als Rente bezeichnet man ein Geldspiel nach Art eines Schneeballsystems, dass
von der Bundesregierung als legales Glücksspiel eingeführt wurde. Es ist das mit
weitem Abstand größte und bisher am längsten dauernde Pyramidenspiel in
Deutschland. Immer mehr Mitglieder erkennen aber, dass unten keine neue Spieler
mehr mitmachen wollen und können und bangen nun um ihren Einsatz – Finger weg!
Politik = Politik
ist, wenn ganz viele sehr gut verdienende Leute, die zu fast 80% Lehrer oder
Rechtsanwälte sind versuchen, das Beste für sich und für das Volk unter
einen Hut zu bringen. Das ist sehr, sehr schwer, deswegen scheitert es meist
beim Volk. Es gibt Innenpolitik und Außenpolitik und Wirtschaftspolitik und
Atom- und Umweltpolitik und noch viel mehr andere Politik. Daran sieht man
schon, wie schwierig Politik ist. Politik hat etwas mit Reformen und Prozessen
zu tun, aber nichts mit gesundem Menschenverstand. Und weil Politik so unendlich
komplex ist, das da keiner mehr durchblickt, dauern Entscheidungen auch manchmal
20 Jahre und länger.
Politiker = In der
Politik findet man all die Leute, die zu verklemmt sind, als Stand up Comedian
im TV aufzutreten, aber dennoch extrovertiert genug sind, ihre witzigen Ideen
und Überlegungen einem breiten Publikum vorzutragen. Diese Leute nennt man dann
Politiker. Politiker werden vom Volk gewählt. Politiker bekommen für den
Quatsch den sie erzählen und manchmal sogar machen fast soviel Geld wie TV Stars
und deswegen haben sie auch die sog. Star-Allüren übernommen. Dazu gehört z.B.:
Ohne jede Konsequenz fast alles machen zu können, oder auch, dass man keine
Rechenschaft ablegen muss.
In manchen Ländern sind die TV Stars sogar Politiker!
Reformen =
Reformen ist die Kurzbezeichnung für das Sprichwort „Alter Wein in neuen
Schläuchen“. Wer von Reformen spricht, meint, dass alles so bleibt wie es ist,
oder eher zu weiteren Nachteilen für die Gruppe wird, die von den Reformen
betroffen ist. Weil das natürlich nicht toll ist, nennt man das dann Reformen.
Reformen sollen Veränderungen und Mobilisierung signalisieren, nicht jedoch
Verbesserung. Ein sog. Reformprozess ist die schwierigste politische Arbeit, die
es gibt. Politiker müssen in Reformprozessen sehr darauf achten, dass die
Bevölkerung nicht merkt, dass man sie mit altem Aufguss erneut abduschen will.
Dafür werden dann sog. Medienberater (vgl.) engagiert, die einen Reformprozess
begleiten und die Ergebnisse positiv formulieren. Häufig nutzt man dafür auch
die Presse.
Medienberater =
Ein Medienberater ist meist ein extrem gutbezahlter Duzfreund eines Politikers
(vgl.), der dann in der Beratungsfirma (vgl.) des Medienberaters als
Aufsichtsrat tätig ist. Wird beschäftigt, um alle politischen Entscheidungen,
die komplex und schwierig sind, der Bevölkerung mit einfachen und
konsequenzlosen rhetorischen Tricks zu erklären. Weil das schwierig ist,
verdienen Medienberater auch ab 1.0 Mio Euro aufwärts.
Beratungsfirma =
Eine Beratungsfirma ist der Zusammenschluss von vielen Medienberatern. Weil
diese ja alle viel Geld verdienen, sind Engagements von Beratungsfirmen auch so
teuer. So kostet z.b. die Beratung eines Ministeriums 15 Mio. Euro und mehr. Das ist
aber nicht ganz so schlimm, weil ein Teil des Geldes ja wieder an einen
Mitarbeiter zurückfließt. Der ist meistens der Chef des Ministeriums und
bekommt eine sog. Aufsichtsratvergütung. Die ist manchmal so gering
(10.000.-Euro), dass sich der Aufwand für 4 Sitzungen im Jahr nicht lohnt, aber
manchmal auch so groß (200.000.- Euro), dass es sich eigentlich nicht lohnt
weiterhin Politiker zu sein. Weil aber das Eine (Aufsichtsrat) das Andere
(Politiker) bedingt, kommt es für den Menschen zu einem Zielkonflikt (vgl.).
Solidargemeinschaft
= Eine Gruppe von betroffenen Personen, die aufgrund unglücklicher Umstände im
selben Boot sitzen. Solidargemeinschaft hat nichts (mehr) zu tun mit
Solidarität.
Soziale Absicherung
= Schlachtruf der Gewerkschaften im vergangenen Jahrtausend. Unter sozialer
Absicherung versteht man die gerechte Verteilung staatlicher Hilfe in Form von
Unterstützung zum Lebensunterhalt oder auch Rente (vgl.). Um soziale Absicherung
zu garantieren, ist es notwendig, dass die Politik (vgl.) in die Zukunft
arbeitet und entscheidet. Ist die Politik jedoch in der Gegenwart gefangen, ist
die Soziale Absicherung nur noch eine leere Worthülse, die als Bestandteil des
Sprachgebrauchs innerhalb der Starallüren verwendet wird.
Altersvorsorge =
Altersvorsorge wird auch häufig als Rente (vgl.) bezeichnet. Altersvorsorge im
modernen 21. Jahrhundert meint, dass Arbeitnehmer heute einen großen Teil ihres
zur Verfügung stehenden Einkommens ansparen, um damit in etwa 15-20 Jahren den
Staat BRD zu unterstützen. Früher nannte man diese Finanzierungsform „Spende“,
dieses Wort findet heute nur noch im Zusammenhang mit der Politik Anwendung,
vereinzelt bei caritativen Einrichtungen.
Notgroschen = Der
Notgroschen ist die Bezeichnung unserer Großväter für einen Geldvorrat (den gab
es früher tatsächlich!) in bar. Der Notgroschen wurde häufig in Form von Bargeld
im Hause deponiert und taugte zur Milderung von plötzlich auftretender Not, wie
z.B. Ersatz von kaputten Hausgeräten, oder dem Kauf von Lebensmitteln.
Heute stellt das durchschnittliche Einkommen einer 4-köpfigen Familie, den
Notgroschen schon dar. Leider wird er monatlich aufgebraucht, sodass sich in der
jüngeren Zeit der Begriff Notgroschen verloren hat. Die heute übliche
Bezeichnung für diesen Umstand nennt man „Ausschöpfung des
Dispositionskreditrahmen“.
Zielkonflikt = Ein
in der Politik verpöntes Wort. Politiker vertreten zuallererst ihre eigenen
Interessen und dann die des Volkes. Darin liegt bereits ein Zielkonflikt. Siehe
dazu auch: Medienberater und Beratungsunternehmen.
wird fortgesetzt...
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